Medienwelten

17. Dezember 2009

Die „App“

Filed under: Digital Life,Medien — heinzmoser @ 16:10
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Ein neues Wort ist in meinem Wortschatz aufgetaucht: die „App“. „Hast du schon die neusten Apps“,  heisst es denn auch heute bei den iPhone Nutzern. Na ja, ich habe nicht mal ein iPhone. – aber seit kurzem auch ein Palm Pre; und natürlich gibt es auch dort „Apps“. Beziehungsweise gibt es da so wenige Apps, dass dies ein Hauptgesprächgegenstand zu diesem neuen Telefon auf allen Internet-Foren ist. Warum gibt es da noch so wenig Apps und fast keine für Nutzer aus der Schweiz und Österreich.

.Zum Teil sind diese Apps schon nützlich und machen die ubiquitäre Welt der mobilen Medien noch etwas mobiler. Facebook kann man jetzt per App auch auf dem Telefon konsultieren und erhält den Zugsfahrplan, die neusten Wettermeldungen, Spiegel Online und die New York Times per App auf dem Bildschirm serviert.

Nur: Die New York Times habe ich bis jetzt nie gelesen, für Spiegel Online habe ich meinen Computer, für den Wetterbericht das Fernsehen und die Zeitung – wozu also auch für alles noch die App. Wo doch der Bildschirm auf dem Handy ohnehin so mickrig  klein ist. Und dann noch das Letzte. Willst du eine Tasse Kaffe haben? tönt es aus der Fernsehwerbung. Gibt’s dazu auch eine App, denkt man Doch nichts da. Die Tasse Kaffe kommt als Bild gleich aus dem Ricoh-Drucker herausgeschossen – und man bleibt durstig und unbefriedigt zurück.

3. Dezember 2009

Digital Habitats

Filed under: Digital Life,Medien — heinzmoser @ 18:34
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Das neue Buch von Etienne Wenger, Nancy White und John D. Smith zu „Digital Habitats“ ist wohl eine der sensationellsten Neuerscheinungen dieses Jahres. Wenger ist ja vor allem  durch seine Konzeption zum situierten Lernen und zu den Communities of Practice bekannt geworden. Nachdem seine Überlegungen  in den letzten Jahren zu einem zentralen Bestandtheil der lerntheoretischen Diskussionen geworden sind, schlägt er im neuen Buch die Brücke zum Lernen mit digitalen Medien und Internet.  Das Buch ist für beide Seiten ein Must:

– Für die Didaktik und Unterrichtstheorie zeigt es auf, wie digitale Medien ein immer selbstverständlicher Bestandteil der  von Lernszenarien werden. Tendenziell werden digitale Medien wohl immer stärker zum integrierten Teil jedes Unterrichts werden.

– Für eLearning und Medienbildung zeigt es sich, dass die alten Konzepte des virtuellen Lernens Auslaufmodelle sind. Zwar sind auch für Wenger Lernplattformen Teil der Digitalen Habitats – aber eben nur Teil. Daneben zeigt er eine umfassende Palette von Tools und Instrumenten auf, welche die Arbeit mit Communities of Practice unterstützen.  Teilweise – und das ist mein kritischer Blick auf das Buch – überfrachten die technischen Hinweise zur Gestattung solcher Habitats den Text etwas. Trotzdem wird hier deutlich, dass die Zukunft des Lernens wohl in Wissensumgebungen liegt, welche Communities of Practice in ihrer technischen Vernetzung gestaltet und dabei konsequent das kollaborative Lernen in den Vordergrund rückt.

Etienne Wenger, Nancy White ,  John D. Smith, Digital Habitats.Stewarding Technology for Communities, Portland 2009

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