Medienwelten

18. September 2011

iPads im Kindergarten?

Filed under: Medien,Medienpädagogik — heinzmoser @ 11:54

„iPads im Kindergarten sind sinnvoll“, formuliert die Gratiszeitung 20 minuten heute in ihrem Aufmacher. Ja, warum nicht? Das ist genauso sinnvoll, wie ein Notebook, ein PC, ein Handy, eine Digitalkamera etc. etc.  Schliesslich kommt es darauf an, was im Unterricht mit den technischen Hilfsmitteln konkret gemacht, gestaltet und gelernt wird.

Weshalb gibt es immer noch diese Gerätepädagogik, die jede neue Technik zum Wundermittel macht – genauso, wie die Bewahrpädagogik jedesmal den Untergang des Abendlandes darin sieht. Etwas verräterisch ist es allerdings, wenn im Artikel fett herausgehoben als Zwischentitel steht „Noch fehlen Konzepte“. Ich habe mir immer vorgestellt, dass man zuerst Konzepte haben müsste bevor man damit in die Schulen geht…

http://www.20min.ch/digital/dossier/apple/story/-iPads-im-Kindergarten-sind-sinnvoll–23783755

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1 Kommentar »

  1. Gerätepädagogik ist ein schönes Wort.

    Weshalb es Gerätepädagogik immer noch gibt? Nun ja, neue Gerätetypen, wie aktuell Tablets, bringen neue Einsatzarten, neue Handhabungsmöglichkeiten und schliesslich auch ein verändertes Nutzerverhalten. Smartphones und Tablets ermöglichen etwa auch unterwegs problemlosen Zugriff auf Informationen, vielfältige Möglichkeiten zur Kommunikation und eine direkte Steuerung ohne Zwischengeräte. M.E. ist es die Technik, die einen ständigen Mediennutzungswandel ermöglicht aber auch fordert.

    Bei neuen Gerätypen muss erst ausgelotet werden, was überhaupt möglich und sinnvoll ist. Early Adopters in der Schule (oder sonstwo) sind nicht in der Lage schon Konzepte zu definieren, bevor sie nicht den Rahmen des Möglichen und Sinnvollen kennen. Mich dünkt die aktuelle Phase in diesem Sinne nicht ausserordentlich. Etwa vergleichbar mit der Zeit als ich Anfang der 90er-Jahre mit dem Einsatz von Computern im Klassenzimmer beschäftigt war.

    Lange Zeit habe ich mich über die Diskussion, «die jede neue Technik zum Wundermittel macht» geärgert. Vielleicht ist das aber für die Wahrnehmung breiten Öffentlichkeit wichtig. Es entwickelt sich durch die zugespitzte Formulierung von «heilbringenden» Aspekten ein Konsens, dass der Einsatz solcher Geräte sinnvoll ist (oder zumindest sein kann). Und es werden dadurch die notwendigen Mittel gesprochen, um überhaupt solche Geräte beschaffen und einsetzen zu können.

    Du glaubst, dass man «zuerst Konzepte haben müsste bevor man damit in die Schulen geht». Genau deshalb betiteln viele Schulen den aktuellen Einsatz von Tablets als Versuch oder Test. Sie fangen einfach mal an und schauen, dann wies geht. Wobei es sich wohl nirgends um einen Versuch handelt sondern eher um eine gestaffelte Einführung. Oder glaubt irgendjemand allen Ernstes, dass eine Kindergartenklasse ihre iPads nach einem Jahr wieder abgeben wird, weil sie zuwenig gewinnbringend eingesetzt wurden? Sicher nicht.

    Insofern: Nichts ist aussergewöhnlich im Moment, ausser ein neues Gerät.

    Kommentar von Thomas Stierli — 23. September 2011 @ 15:02 | Antwort


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