Medienwelten

13. Februar 2012

Apple – die kleine (oder auch grössere) Verführung der Schulen

Filed under: HAndy,Medien,Medienpädagogik — heinzmoser @ 11:55

Apple lanciert Grossangriff auf Schweizer Bildungsmarkt“ titelt der heutige TagesAnzeiger in seiner Online Ausgabe. Dies ist nach dem Artikel der Hintergrund: „Der Computer- und Softwarekonzern Apple  plant zurzeit eine Marketing-Strategie zur Eroberung des Schweizer Bildungsmarktes. Im Fokus stehen dabei die Lehrer, die für eine maximale Verbreitung von Apple-Produkten an Schulen sorgen sollen, wie die Zeitung «Sonntag» schreibt.“ Und wenn  man dann auf den „Sonntag“ zurückgreift, so heisst es dort:

„Nach Angaben des internationalen Forschungsinstituts Gartner hat Apple im Schweizer Bildungsbereich bereits einen Marktanteil von 70,4 Prozent. Und das ist erst der Anfang: Mit Geräten wie dem iPad und neuer Lern-Software wird die Marktmacht weiter wachsen.“

Nun ist Apple schon immer in schweizerischen Bildungssystem führend gewesen – als „kleine, aber feine“ Alternative zu Windows. Davon scheint Apple heute noch zu zehren, wenn die Firma zum Halali auf die schweizerischen Schulen bläst. Doch eines sollte man nicht vergessen: Apple ist mit seinem geschlossenen System heute selbst zum Monopolisten geworden, der alles tut, um seine Marktmacht auszuspielen. So wird ja genauestens überwacht, was in Apples App-Shop noch durchgeht. Und im Streit zwischen Apple und Samsung wird mit knallharten Bandagen gefochten.

Doch die traditionelle Rolle des gefürchteten Herausforderers des globalen Drachens namens „Windows“ wirkt im Bildungsbereich bis heute nach. So ist es kein Wunder, dass es in der Schule heute primär von  iPhones oder iPads gesprochen wird, nicht aber von androidbasierten Lösungen. Denn Apple gewinnt nach wie vor alle Sympathiepunkte.

Ich möchte hier – selbst iPhone User – allerdings nicht einfach applekritisch argumentieren. Gerade mit dem iPhone kann  man im Unterricht der Schulen viel anfangen – etwa wenn man damit kleine Videos aufnimmt und mit iMovie dann noch bearbeitet. Trotzdem ist es merkwürdig, wenn Lehrerinnen und Lehrer, die für OpenSource Produkte werben, dann letztlich doch wieder vorbehaltlos auf Apple stehen. Grundsätzlich geht es doch einfach um guten Unterricht, der mit digitalen Medien realisiert werden kann. Ob dies mit Apple, mit Windows oder vielleicht sogar mit Android-Geräten erreicht werden kann, müsste  für alle Vertreter des Bildungssystems zweitrangig sein. Was aber am Wichtigsten ist: Wir brauchen keinen Monopolisten – auch wenn  er Apple heisst, der letztlich mit seiner Marktmacht bestimmt, wie der über Medien vermittelte Unterricht in den Schulen aussieht.

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