Digitale Medienbildung

13. Januar 2021

Bald könnten die Schulen wieder schliessen

Filed under: Corona,Coronakrise,Internet,Medienbildung,Schule — heinzmoser @ 22:17
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Die Diskussion über Schulschliessungen hat die Schweiz über das Wochenende 10./11. Januar 2021 wieder mit aller Schärfe erreicht. Besorgnis erwecken vor allem die mutierten Varianten des Virus, die in Grossbritannien und anderen Ländern für eine explosive Verbreitung des Virus sorgen.

Die Schweiz selbst hat sich mit ihrer irritierenden Politik in den Skigebieten einen Vorgeschmack verschafft, was in den nächsten Wochen drohen könnte: Erst ging alles darum, den Ski-Tourismus aufrechterhalten. Denn man wollte auf Gäste -«aus der Schweiz», wie es hiess – nicht verzichten und liess im Dezember auch Gäste aus Grossbritannien augenzwinkernd passieren. Und nun hat man begründete Angst, dass damit auch die ansteckendere Variante des Virus aus Grossbritannien verbreitet wurde.

Damit verbreitete sich die Panik vor dem mutierten Virus in Windeseile. Schon wurde als Konsequenz für die nächsten Wochen wieder ein harter Lockdown ausgerufen. Was dies für die Schulen bedeutet, dokumentiert ein Blick in die Presse des letzten Wochenendes :

Die Sonntagszeitung des TagesAnzeigers rekapituliert nochmals, dass Schulschliessungen im Moment politisch in der Schweiz nicht als sinnvoll gesehen wurden: Bundesrat Alain Berset habe vor den Medien klargestellt, dass es in der Schweiz zumindest vorderhand keinen national orchestrierten Shutdown der Schulen geben werde. Die Formulierung mit «Wenn» und «Aber» und «vorderhand» wird noch dadurch verstärkt, dass eine neue Studie der ETH-Zürich die Rolle der Schule bei der Pandemie wieder stärker betont. Laut einer Mobilitätsanalyse von Handydaten ist hier als Ergebnis festgehalten worden: «Laut der Studie senkten die Schulschliessungen von Mitte März die Mobilität um 21,6 Prozent. Nur zwei Massnahmen haben demnach die Bewegungen noch stärker eingeschränkt. Nämlich das Versammlungsverbot für mehr als fünf Personen (minus 24,9 Prozent) sowie die Schliessung von Restaurants, Bars und Geschäften (minus22,3 Prozent).»

https://www.tagesanzeiger.ch/so-effektiv-sind-schulschliessungen-263641399795

Dabei ging man bisher von der These aus, dass Schulen – und insbesonders die Volksschulen – kein Treiber der Pandemie seien. Auf dem Zürichberg hatte die Universität Zürich – also die Konkurrenz der ETH – eben noch in einer eigenen Studie namens «Ciao Corona» Entwarung  gegeben.  In einer Medienmitteilung der Universität Zürich hiess es am 2.12.2020:

«Die Universität Zürich hat zum zweiten Mal bei 2’500 Zürcher Schulkindern getestet, ob sie sich mit dem neuen Coronavirus infiziert haben. Die Untersuchung mit Antikörpernachweis zeigt: Knapp 8 Prozent aller Kinder hatten bis Mitte Oktober eine Corona-Infektion durchgemacht. Keine ganzen Schulen und nur sehr wenige Klassen zeigten eine Häufung von Corona-Infektionen. Zudem konnte in einer Substudie von Anfang Dezember das Virus mittels Akuttests (Abstrich) bei nur einem von 641 Kindern nachgewiesen werden.»

https://www.media.uzh.ch/de/medienmitteilungen/2020/CiaoCorona.html

Als Erziehungswissenschaftler kann man da nur resigniert den Kopf schütteln. Es fällt allerdings auf, dass die wissenschaftlichen Methoden, die für oder die Schliessung argumentieren, sehr unterschiedlich angelegt sind. Fakt ist aber, dass die Frage der Schliessung von Schulen wieder stärker in den Vordergrund rückt. Nach der ersten Welle hoffte man, dass der Spuk bald vorübergehe und man die Schulen im neuen Schuljahr geöffnet lassen könne.

Massnahmen im Schulbereich

In der aktuellen Diskussion stellt sich wieder die Frage, wie man im Schulbereich angesichts steigender Infektionszahlen vorgehen könnte.

Unter dem Titel «Schulen bereiten sich auf dritte Welle vor» wird im «Blick» ein ganzes Massnahmenpaket vorgeschlagen, Dazu gehören:

  • Die Schutzkonzepte sollen verstärkt werden. Maskenpflicht könnte auch auf die oberen Primarschulklassen ausgeweitet werden.
  • Halbklassenunterricht oder gestaffelter Unterricht könnte als Option vorgesehen werden.
  • Quarantäne Regel und mehr Testen müssten konsequenter durchgeführt werden

https://www.blick.ch/politik/nur-im-notfall-fernunterricht-schulen-bereiten-sich-auf-dritte-welle-vor-id16283767.html?fbclid=IwAR2Jq8yIJLrdr13aM-PU2%E2%80%A6

Die Zürcher Bildungsdirektorin Silvia Steiner hatte sich davor in einem Interview mit dem TagesAnzeiger ganz ähnlich geäussert: Für sie ist der Fernunterricht nur der letzte Ausweg und Bestandteil eines kompletten Lockdowns. Zu den Alternativen dazu betont sie:

«Man darf nicht vergessen, wir haben schon heute gute Schutzkonzepte: Es gilt ausgedehnte Maskenpflicht, Einschränkungen im Sportunterricht, Hygieneauflagen und Unterricht auf Distanz. Die Bildungsdirektion hat darum für die Schulen ein spezialisiertes zusätzliches Contact-Tracing aufgebaut. Dieses ergänzt das kantonale Contact-Tracing, um vertieft die schulische Situation zu klären und die Schulen zu beraten. So kann man auf lokale Ausbrüche möglichst rasch reagieren. Derzeit ist die Infektionszahl bei den unter 18-Jährigen relativ tief.»

https://www.tagesanzeiger.ch/dann-gehen-sie-plakativ-gesagt-einfach-ins-shoppingcenter-350722207612

Alle diese vorgeschlagenen Massnahmen sind noch dieselben wie im Frühling dieses Jahres. Ausser dem Präsenzunterricht scheint es keine Alternativen zu geben – weil auch der Fernunterricht nicht unbedingt ein erfolgreiches Unterrichtskonzept darstellt. Eine gewisse Phantasielosigkeit angesichts der verstärkt grassierenden Pandemie scheint vorherrschend zu sei.

Digitales Lernen als Alternative zum Präsenzunterricht

Selbstverständlich muss der Weg letztlich zum Präsenzunterricht zurückführen. Und dies ist möglich, sobald die Pandemie – durch die anstehenden Impfungen – im Sommer dieses Jahres überwunden sein wird. Doch gerade das netzbasierte Lernen (nicht ein altbackener Fernunterricht) gibt Möglichkeiten einer sinnvollen Überbrückung.

Einzelne aktive und kreative Lehrpersonen haben in den letzten Monaten bereits angedeutet, was hier möglich wäre. So berichtet die Neue Zürcher Zeitung aus der Primarschule Zumikon und zitiert deren Schulleiter Philipp Apafi:

«Er sieht möglichen erneuten Schliessungen grundsätzlich gelassen entgegen. Seine Schule sei vorbereitet. Man habe zwei Konzepte in der Schublade: eines für Fernunterricht, eines für Unterricht mit halben Klassen, wie er im Lockdown einige Zeit durchgeführt wurde. In den letzten Monaten habe die Schule ausprobiert, was mit digitalen Mitteln möglich sei: Kinder in Quarantäne nahmen online am Unterricht teil. Auch Lehrer hätten bereits auf diese Weise Unterrichtsstunden aus der Quarantäne gehalten: Während ihre Schüler im Klassenzimmer sassen, wurden die Lehrer per Laptop zugeschaltet und waren so im Klassenzimmer «präsent». «Das hat erstaunlich gut geklappt», sagt Apafi. Das Kollegium bespreche sich inzwischen viel häufiger online und lade externe Fachleute digital ein.»

https://www.nzz.ch/zuerich/corona-in-zuerich-die-schulen-sind-fuer-schliessungen-vorbereitet-ld.1594819

Was netzbasierter Unterricht ermöglichen könnte

Verheissungsvoll als flankierendes Massnahmenbündel der Schulen erscheint weniger der traditionelle «Fernunterricht», sondern die konsequente Nutzung eines netzbasierten Unterrichts, der die «realen» Kontakte in den Schulhäusern reduziert und dennoch herausfordernde Lernanlässe für die Schülerinnen und Schüler schafft. Wie im Zeitungsbericht angedeutet: Quarantänen von Schülerinnen und Schülern können durch Online-Lernen ergänzt werden, Lehrpersonen durch Zuschaltung per Laptop zu neuen Kontaktformen geführt werden. Dabei ist essentiell, dass solche Lernformen nicht auf Betreuung und Coaching durch reale Lehrkräfte (zum Beispiel durch pensionierte Lehrpersonen und solche aus Risikogruppen, durch Studierende etc.) verzichten.

Didaktische Formen wie Wochenpläne und projektbasiertes Lernen können das selbständige Lernen der Schülerinnen und Schüler in schulische Strukturen einbinden, die auch das Kontaktmanagement unter Quarantänebedingungen einbeziehen. Zudem wären ständige Lerngruppen von zwei  bis drei Schülerinnen und Schülern zu bilden, was verhindert, dass immer wieder neue Gruppen mit unbekanntem Ansteckungsrisiko entstehen.

Meines Erachtens wäre es wichtig, auf der didaktischen und unterrichtlichen Ebene Massnahmen zu entwickeln, um so über reine Hygieneregeln und hygienische Schutzmassnahmen hinauszukommen. Ziel wäre es, mit geeigneten didaktischen Massnahmen den Bildungsprozess der Schülerinnen und Schülern auch in einer Situation zu unterstützen, wo an eine umfassende normale Präsenz im Klassenzimmer nicht gedacht werden kann.

Vor allem müsste versucht werden, ein Minimum von Jahrgangszielen auch unter solche erschwerenden Bedingungen zu erreichen – dies über einen geschickten Mix von «Online-» und «Offline»-Lernen, der auch soziale Kompetenzen in beiden dieser Bereiche vermittelt. Dabei geht es nicht allein um Lernen und Verhalten in der Präsenz, sondern auch in den digitalen Räumen, welche das zukünftige Leben der heranwachsenden Generationen ohnehin viel massgeblicher prägen werden als dasjenige ihrer Eltern.

Heinz Moser

6. Januar 2021

Schule: Wenig gelernt im Umgang mit Corona

Der verheissungsvolle Ausspruch des schweizerischen Bundesrates Alain Berset hiess schon im Sommer des letzten Jahres «Wir können Corona». Doch er hätte den Mund besser nicht zu voll genommen: Die Pandemie ist nirgends im Griff, und die Situation der Schulen zeigt, dass bis heute Konzepte fehlen, die über Schliessungen und Fernunterricht hinausgehen. Das könnte katastrophal enden, wenn sich die Lage in den nächsten Wochen nochmals verschlimmert.

Nach dem Neujahrswechsel sind die Bedenken wieder gewachsen, die Schulen zu öffnen. Die hohe Zahl und die Mutation des Virus, der ansteckender geworden scheint, haben die Diskussion verschärft. In Deutschland berichtet «tagesschau.de» anfangs Januar von einem breiten Konsens, dass es keine Rückkehr zum Regelbetrieb gebe. Gefordert wird zum Beispiel der Wechselunterricht in Halbklassen.

In der Schweiz zweifelt gemäss «TagesAnzeiger» Lukas Engelberger, Präsident der kantonalen Gesundheitsdirektorenkonferenz (GDK), an der Wirksamkeit der aktuellen Corona-Massnahmen. Sollten die Zahlen wieder steigen, würden Schulschliessungen wieder zum Thema. Engelberger begründet dies damit, dass Schulen eine Taktgeberin im Alltag darstellen. Allerdings sind diese nach Engelberger die Ultima Ratio und letztmögliches Mittel (https://www.tagesanzeiger.ch/bei-steigenden-zahlen-werden-schulschliessungen-wieder-thema-584560898889). Wenn Kinder nach dem Lockdown im Frühling bereits wieder für Wochen ohne Schule wären, stellt sich die Frage, wie – vor allem bei den schwächeren Schüler/innen – die Bildungsziele für dieses Schuljahr noch erreicht werden können.

Für Unruhe sorgen in vielen Schulen zudem auch Quarantänen für einzelne Schülerinnen und Schüler oder für ganze Gruppen. Je nach Situation führt dies dazu, dass der Bildungsstand der Kinder immer weiter auseinanderklafft. Das macht das Unterrichten für die Lehrkräfte auch im Präsenzunterricht schwieriger; denn das gemeinsame Fundament fehlt, auf dem sie aufbauen können.

Insgesamt bleibt die Situation der Schulen im Moment instabil: Der schweizerische Bundesrat verzichtet im Moment noch auf die Schliessung der Schulen, während Deutschland diskutiert, ob man die Weihnachtsferien nicht verlängern müsste – um erst in Stufen zur Normalität zurückzukommen. Weiterhin ist die Schliessung der Schulen fast der einzige Ausweg, wenn die gegenwärtigen Corona-Massnahmen noch weiter verschärft werden sollten. Es wird vielleicht schon bald wieder zum Fernunterricht kommen – ergänzt um Wechselunterricht mit der halben Klasse, wenn es nicht gelingt die Fallzahlen deutlich zu reduzieren.

Und dies, obwohl der Fernunterricht seit den Erfahrungen des Frühlings sehr zwiespältig diskutiert wird. Schon im Dezember 2020 befand in der Schweiz die Konferenz der Kantonalen Erziehungsdirektionen (EDK): «Die Konferenz sei sich einig, dass eine flächendeckende Rückkehr zum Fernunterricht ‘unter allen Umständen vermieden werden’ müsse, sagt ein Sprecher auf Anfrage der NZZ (Neue Zürcher Zeitung). Die Schulen hätten eine soziale Verantwortung.» (https://www.nzz.ch/schweiz/lehrerverbaende-lehnen-eine-verlaengerung-der-weihnachtsferien-ab-ld.1592888).

«Fernunterricht» und «netzbasierter» Unterricht

Wenn der Fernunterricht allerdings als einzige Möglichkeit gesehen wird, digitales Lernen in der Pandemiekrise einzusetzen, so ist dies eher ein Teil des Problems als dessen Lösung. Denn der traditionelle Fernunterricht ist schon im 20. Jahrhundert entstanden und funktionierte am Anfang noch mit Lernaufgaben und -texten, die per Post verschickt wurden. Kopiert man dieses Lernmodell, dann bedeutet «Fernunterricht», über das Internet Haus- und Lernaufgaben zu verschicken, die von den Lehrpersonen ganz traditionell korrigiert und bewertet werden.

Das Resultat solcher Lernumgebungen aus dem letzten Jahrhundert ist ein Unterricht als lehrer/innenorientierte Veranstaltung, der kaum etwas mit experimentellen, konstruktivistischen oder partizipativen Lernformen zu tun hat. Eine Reduktion von Kontakten wird auf diese Weise möglich – aber es resultieren kaum befruchtende Lernkontakte im Netz. Dabei nutzen Kinder und Jugendliche die sozialen Medien in der Freizeit schon seit Jahren intensiv und souverän. Auch wenn der Freizeitumgang mit diesen Medien nicht einfach eins zu eins auf den schulischen Kontext übertragen werden kann, ist mindestens ein Anknüpfungspunkt vorhanden, auf den sich Online-Lernen stärker beziehen müsste.

Beim Aufbruch zu neuen Ufern sollte man für die Möglichkeit, digitalisierte Lernmittel in Coronazeiten einzusetzen, besser nicht von «Fernunterricht» sprechen bzw. dieses Modell als Zukunftsperspektive übernehmen. Vielmehr geht es um die Unterstützung des Lernens in einer Krisensituation durch «netzbasiertes Lernen». Ziel ist nicht einfach die Reduzierung von physischen Kontakten. Es geht auch darum, mit netzbasierter Kommunikation den Austausch zwischen Lehrpersonen und Schüler/innen und zwischen den Schülerinnen und Schülern bewusst zu fördern und zu gestalten, bzw. zur Unterstützung des Lernens mit den Möglichkeiten des Netzes zu experimentieren.

Auch reale Kontakte, wie sie der Wechselunterricht anbietet, müssten in einen Mix von «Online» und «Offline» einbezogen werden, der sich nicht einfach als ungenügende Nothilfe im Zeitalter der Pandemie versteht und sich dabei allein an der verlorenen Welt eines ausschliesslichen Präsenzunterrichts orientiert. In realen Präsenzkontakten können zum Beispiel Partnerarbeiten zwischen Schülerinnen und Schülern vorbereitet werden, welche diese dann zu zweit im Online-Kontakt ausarbeiten und wieder in die Halbklasse zur Präsentation zurückgebracht werden. Es gibt viele weitere Möglichkeiten, Online und Offline miteinander auf sinnvolle Weise zu verbinden.

Lehrkräfte als Teamleiter/innen

Falsch ist auch die Vorstellung, dass Präsenzunterricht betreut ist, während die Online-Arbeit höchstens unter der Kontrolle der Eltern geschieht. Auch Online-Lernen erfordert Betreuung und Anleitung – sei dies z.B. über gecoachte Video-Sessions oder über Formen einer angeleiteten Online-Unterstützung – von Erklärvideos bis hin zu einer Lernbetreuung durch unterstützende Live Chats.

Hier wäre es wichtig, weitere Personenkreise einzubeziehen, so dass die Klassenlehrer/innen entlastet werden. Ihnen müsste für ihren Unterricht ein kleines Team zur Verfügung stehen, das sie gezielt in ihren Klassen einsetzen können. So könnten Lehrkräfte, die zu den Risikogruppen gehören, in mehreren Lerngruppen und in der Online-Betreuung einzelner Schüler/innen tätig werden. Auch Studierende und ehrenamtliche Lehrpersonen (pensionierte oder aus dem Lehrdienst ausgeschiedene ehemalige Lehrer/innen) könnten in solchen Teams mitarbeiten.

Dabei ist davon ausgehen, dass all diese Unterstützungsangebote nur über einen mittelfristigen Zeitraum angeboten werden müssen – etwa bis in den Frühling/ Sommer dieses Jahres – sofern die Impfungen den gewünschten Erfolg bringen. Allerdings wäre es im Sinne einer verstärkten Digitalisierung des Schulwesens wünschbar, Elemente der verstärkten Digitalisierung auch nach der Coronakrise im Unterricht weiterzuführen. Denn die Coronazeit hat deutlich gemacht, dass Digitalisierung ein Bildungsaspekt ist, der heute genauso zur Allgemeinbildung gehört, wie Lesen, Schreiben und Mathematik.

Das angepasste Curriculum im Corona-Stress

Sinnvoll wäre es zudem, das Coronajahr auch bildungsmässig neu einzuschätzen und für dieses Ausnahmejahr zu strukturieren. Denn es wird bei den bereits vollzogenen Schulschliessungen, Quarantäne- und Isolationsfällen kaum möglich sein, von den «normalen» Jahreszielen, die dem Unterricht lehrplanmässig vorgegeben sind, auszugehen. Im Sinne einer Zwischenbilanz müsste überlegt werden, wo eine Schule steht – und was angesichts der kritischen aktuellen Situation noch erreicht werden kann. Es wäre also nach den folgenden drei Aspekten zu fragen:

– Welches sind die Lernziele für alle im Rahmen eines Kerncurriculums, das auch zu Pandemiezeiten auf jeden Fall zu erreichen ist. Flankierende Massnahmen wie eine Lernförderung für schwächeres Schülerinnen und Schüler wären hier in die Überlegungen einzubeziehen.

– Was könnten vertiefende Lernprojekte sein, welche das Pandemiejahr abrunden könnten. Hier wäre es möglich Lernprojekte zu integrieren, welche z.B. das Online-Lernen und die Digitalisierung direkt thematisieren. Man könnte zu Vergleichen mit der Spanischen Grippe auf dem Netz anregen, Quarantäne-Tagebücher im Deutschunterricht verfassen etc.

– Wichtig wäre auch eine unterstützende Lernförderung in Kleingruppen oder im Online-Einzelunterricht. Vor allem müsste hier versucht werden, schwächere Schülerinnen und Schüler und Kinder ausbildungsfernen Bildungsmilieus zu unterstützen.

Für solche grundsätzliche Überlegungen zum Curriculum 2021 besteht noch viel Reflexions- und Handlungsbedarf. Wenn man sich in den Überlegungen nämlich allein auf eine möglichst schnelle Rückkehr zum Präsenzunterricht fokussiert, dann vergibt man jene Chancen, die eigentlich auf der Hand liegen – unter dem gewählten Blickwinkel aber aus dem Blick geraten. Denn entweder trauert die Bildungspolitik der vergangenen Normalität nach oder man resigniert bei all jenen Schülern die zu einer «lost generation» der Pandemie geworden sind.

Heinz Moser

12. Dezember 2020

«S-Clever» und die wenig clevere Schullandschaft»

Heinz Moser

Die grosse Mühe, welche Schulen im Umgang mit der Corona Pandemie zeigen, ist das beste Zeichen dafür, dass sie die Digitalisierung trotz aller Anstrengungen zu einem grossen Teil bisher verschlafen haben. Dazu wird es aber nicht ausreichen, den Akzent primär auf eine Verbesserung der technischen Infrastruktur zu legen – in Deutschland über einen millionenschweren Digitalpakt, mit welchem etwa Tablets und PC’s angeschafft und WLAN in den Schulen eingerichtet wird. Die zwiespältigen Resultate des Fernunterrichts als Notmassnahme in der Corona-Krise verweisen eher darauf, wie weit der Weg zu einer nachhaltigen Nutzung digitaler Medien in den Schulen noch ist.

WLAN und Zugrissmöglichkeiten für alle Schülerinnen und Schüler sind zwar eine Voraussetzung für Formen des Unterrichts, welche dem Online-Lernen eine neue Bedeutsamkeit im Bildungsprozess von Kindern und Jugendlichen verschaffen könnten. Doch dies funktioniert solange nicht, wie die Potenziale der digitalen Medien für die Gestaltung des Unterrichts nicht ausgeschöpft werden. Symbolträchtig für die Versäumnisse der letzten Jahre ist es, dass man die Handys am liebsten aus den Schulen verbannte, anstatt damit zu experimentieren, wie sie auf kreative Weise zum Lernen genutzt werden könnten. Angesichts der ungenügenden Vorbereitung auf die Digitalisierung, die den Schulalltag nach wie vor prägt, kann die Pandemie der letzten Monate auch als Weckruf verstanden werden.

Schulleiter beurteilen das Lernen in der Pandemie

Diese Schwierigkeiten mit der Digitalisierung belegt die Studie «S-Clever», in deren Rahmen gemäss der Neuen Zürcher Zeitung (NZZ) in diesem Jahr rund 300 Schulleiterinnen und Schulleiter aus den Kantonen Zürich, Aargau, Luzern, St. Gallen und Thurgau befragt wurden. Die Resultate der unter der Leitung von Katharina Maag Merki von der Universität Zürich durchgeführten Studie fasst die «NZZ» zusammen:

«Die Studie «S-Clever» kommt zu dem Schluss, dass ein eigentlicher Digitalisierungsschub stattgefunden habe. Bis im März war digitales Lernen vor allem an den Primarschulen kein grosses Thema. Nach Ende des Lockdowns nutzt nun mindestens die Hälfte, teilweise bis zu 80 Prozent der Schulen Online-Plattformen für den Unterricht, zum Austausch von Lernmaterialien, zur Kommunikation mit Schülerinnen, Schülern und Eltern oder für den Kontakt der Kinder untereinander.

Die Studie, die von Universitäten in der Schweiz, Deutschland und Österreich durchgeführt wird, zeigt allerdings auch, dass die Digitalisierung des Unterrichts keineswegs ein Selbstläufer ist. Von den befragten 299 Schulleitern (64 Prozent Primarstufe, 25 Prozent Sekundarstufe, 10 Prozent Primar- und Sekundarstufe, 1,3 Prozent Gymnasien) benötigen zwei Drittel Support beim Fernunterricht, bei der Kombination von Präsenz- und Selbstlernphasen sowie der Förderung von Kindern, die besonders unterstützt werden müssen.»

(https://www.nzz.ch/schweiz/coronavirus-schulen-wollen-mehr-unterstuetzung-fuer-fernunterricht-ld.1590389.

Fernunterricht ist kein Selbstläufer

Der Beitrag der NZZ verweist allerdings auf ein Missverständnis, wenn ausgesagt wird, dass die Digitalisierung des Unterrichts kein «Selbstläufer» sei. Denn das kann und sollte die Digitalisierung des Unterrichts auch nicht anstreben. Digitalisierung kann nicht bedeuten, dass das Lernen in digitalisierten Lernräumen ohne Betreuung und Unterstützung von Lehrkräften erfolgt. Wie dieses Missverständnis in die Praxis des Fernunterrichts im Lockdown Eingang fand, zeigt der «Wechselunterricht» in Halbklassen, der aktuell auch vor Schulschliessungen in der «zweiten Welle» der Pandemie bewahren soll. Denn «Wechselunterricht» bedeutet, dass die Hälfte der Klasse im Präsenzunterricht lernt, die andere Hälfte Aufgaben für den Homeunterricht erhält. Weil die Lehrpersonen durch den Präsenzunterricht ausgelastet sind, ist ausgemacht, dass die Schülerinnen und Schüler keine personelle Unterstützung oder Coaching durch die Schule erhalten. Und dies – obwohl, wie es im Text der NZZ heisst, zwei Drittel Support im Fernunterricht benötigten.

Was hier unterschlagen wird: Die Digitalisierung der Schulen heisst nicht, dass dies Lehrerinnen und Lehrer überflüssig macht.  Online Lernen bzw. Lernen in digitalen Kontexten ist kein «0-Betreuungs-Unterricht», wo die Schülerinnen und Schüler mit ihren Lernaufgaben ganz auf sich allein gestellt sind.

Das Dilemma ist offensichtlich: Wechselunterricht halbiert die pädagogische Unterstützung durch die Lehrperson, welche lediglich mit der Hälfte der Klasse in Präsenz arbeitet. Selbständiges Lernen kann indessen nicht einfach mit Aufgaben erreicht werden, welche ohne Unterstützung an die Lernenden verteilt werden. Das wäre dann vielleicht möglich, wenn es lediglich um Wiederholen und Üben geht. Aber auch in diesem Fall benötigen viele Schülerinnen und Schüler konkrete Hilfestellungen, wenn ihre Lernschwierigkeiten überwunden werden sollen.

Notbetreuung in der Pandemie

Ein Artikel aus dem Berliner «Tagesspiegel» zeigt das Dilemma besonders anschaulich auf, das mit dem Fernunterricht verbunden ist – dann nämlich, wenn er sich als «Notbetreuung» versteht. Reportagemässig berichtet die Zeitung von der Situation einer Schule in Neuköln:

«Astrid-Sabine Busse, Leiterin der Grundschule in der Köllnischen Heide in Neukölln und Vorsitzende des Interessenverbands Berliner Schulleitungen, sagte, dass Lehrkräfte, Erzieher und Sozialarbeiter in der Schule arbeiten und die Kinder online, telefonisch und durch direkte Einzelkontakte begleiten werden.

Neben einer Notbetreuung will sie ermöglichen, dass Kindern in die Schule kommen können, die es – etwa wegen familiärer Probleme – nötig hätten. „Und wir werden den Kindern Pakete mit Aufgaben geben, in denen sie auch Überraschungen finden, zum Beispiel etwas zum Basteln oder ein Rezept. Wir wollen schön e Momente schaffen» (Tagesspiegel 10.12.2020).

https://www.tagesspiegel.de/berlin/notbetreuung-und-praesenzfreier-unterricht-so-soll-es-nach-den-weihnachtsferien-an-schulen-und-kitas-in-berlin-weitergehen/26707436.html

Das Beispiel zeigt, wie Notbetreuung kaum inhaltlich argumentiert. Im Zentrum steht, dass Kinder in der Schule irgendwie nicht ganz allein gelassen werden. Sie erhalten dafür «Aufgabenpakete». Gut gemeint und sympathisch ist es dabei, Kindern auch «schöne Momente» wie etwas zum Basteln zu vermitteln. Das ist bei einer kurzen Quarantäne möglicherweise auch sinnvoll. Doch ein Konzept, wie systematisches Lernen an den Bildungszielen einer Schule auch bei längeren Schulschliessungen gesichert werden kann, ist bei solchen Formen einer Notbetreuung kaum vorhanden.  

Digitales Lernen in einer «flexiblen Schule»

Schule muss sich im Zeitalter der Digitalisierung davon lösen, sich auf eine Klassen- und Präsenzveranstaltung zu beschränken, die das alles Lernen jenseits der abgedeckten Klassenzeiten als unbetreute Notfallmassnahmen auslagert. Eine flexible Schule müsste imstande sein, Lernen in unterschiedlichsten Räumen und mit unterschiedlichen Gruppen zu ermöglichen. Mobiles Lernen mit digitalen Hilfsmitteln hat das Potenzial, unterschiedliche Lernräume – auch ausserhalb der Schule – für Bildungsprozesse zu nutzen. Aber in solchen Lernräumen muss immer wieder für Betreuung und Unterstützung gesorgt werden. In der Zeit der Pandemie wäre eine solche Absicherung möglich
– durch Lehrpersonen aus den Risikogruppen, die vom Präsenzunterricht freigestellt sind,
– durch ehrenamtliche Lehrpersonen, die pensioniert sind,
– durch Lehramtsstudenten etc.

Beispiele für solche betreuten Online-Phasen könnten sein:

– Eine ältere Lehrperson übernimmt die individuelle Förderung einer Schülerin, die Mühe in der Rechtschreibung hat. Jeden Tag arbeitet sie mit ihr über einen Videokanal wie «Zoom», stellt Aufgaben, erklärt Lösungsansätze und hält auch Kontakt zu den Eltern.

– Ein Lehramtsstudierender unterstützt Kleingruppen, bei der Organisation und Durchführung eines Unterrichtsprojekts. Diese werden in einem solchen Setting gecoacht, um dann ihre Arbeit in der Klasse zu präsentieren und zu diskutieren.

– Eine Lehrperson, die sich für Erklärvideos interessiert, stellt solche für sich und seine Kollegen auf das schulische Netzwerk. Eine Lehrperson aus der Risikogruppe arbeitet darauf mit Schülerinnen und Schülerinnen, die in Quarantäne sind, online mit diesen Videos. Die Resultate dieser Arbeit werden von den Klassenlehrpersonen im Präsenzunterricht wieder aufgenommen und weitergeführt.

Man kann sich ganz unterschiedliche Formen des digitalen Lernens vorstellen, welche die Phantasie und Kreativität der Lehrenden herausfordern. Insgesamt könnten sie dabei helfen, die Schwierigkeiten der Schulen mit der Pandemie zu verringern – bei Einzelquarantänen wie bei Schulschliessungen. Meines Erachtens würde es sich lohnen, solche Konzepte systematisch aufzubauen und je nach konkreter Schulsituation in angepassten Formen einzuführen.

Ein solcher Reformprozess sollte aber auch auf eine Langzeitperspektive einbezogen sein:  Die verstärkte Digitalisierung der Schulen, die jetzt überall auch für die Nach-Corona-Zeit- postuliert wird, gewährleistet, dass solche Massnahmen nicht «vertane» Zeit darstellen, sondern einen wichtigen Schritt für die zukünftige Organisation der Schulen in einer digitalen Gesellschaft bereits vorwegnehmen.

1. Dezember 2020

Die Schulen flexibler machen

Filed under: Corona,Coronakrise,Digital Life,Digitalisierung,Schule,Unterricht — heinzmoser @ 16:47

Überlegungen zur Entwicklung der Schulen in Corona Zeiten

Die Schulen sollen offenbleiben; dies ist die aus Bildungssicht die wohl wichtigste Forderung an die Notfallmassnahmen der Corona Pandemie. Doch mehr als Masken, Lüften und Abstand wird dabei kaum diskutiert. Vor allem müsste viel intensiver überlegt werden, ob und welche schulorganisatorischen und pädagogischen Massnahmen notwendig wären, um die Bildungsziele der Schulen abzusichern. Und dies nicht allein als Nothilfe, um möglichst bald wieder zu den Vorcorona-Zeiten zurückkehren zu können. Die Erfahrungen mit den Schulschliessungen im Frühling 2020 sollten auch dazu dienen, die generellen Chancen des Online-Lernens und der Digitalisierung der Schulen ins Bewusstsein zu rücken.

Die Problematik des Homeschooling und des damit oft verbundenen Lernverlusts hat der Berliner «Tagesspiegel» (Ausgabe vom 16.1.2020) anhand einer Studie der Universität Oxford für die Niederlande zusammengefasst: «Müssen Schüler und Schülerinnen in der Grundschule aufgrund von coronabedingten Schulschließungen acht Wochen am Stück zu Hause lernen, entspricht der durchschnittliche Lernverlust exakt diesem Zeitraum. Gegenüber dem üblichen Lernzuwachs in einem Schuljahr haben 7- bis 11-Jährige in den Kernfächern und -kompetenzen Mathematik, Rechtschreibung und Leseverständnis drei Prozentpunkte verloren. Bei Kindern aus bildungsfernen Elternhäusern liegen die Lernverluste bis zu 55 Prozent höher» (https://www.tagesspiegel.de/wissen/homeschooling-in-der-coronakrise-hohe-lernverluste-durch-schulschliessungen/26628096.html). Vor allem stellt sich die Frage, ob die häufigen – und für die Schulen oft unvorhersehbaren – Quarantänefälle nicht jede Planbarkeit von Bildungsprozessen letztlich aushebeln – vor allem wenn sich die Hilfsmassnahmen lediglich auf Hygienekonzepte und eventuell auf Fernunterricht beschränken.

Über die Situation der gegenwärtigen Pandemie hinaus wäre zu fragen, ob nicht die Flexibilität der Lernwege im Schulsystem generell erhöht werden muss, wenn soziale Gesellschaften auf Systemprobleme stossen, die sie in ihrem Bestand gefährden – nicht allein, wie es durch die Corona-Krise verdeutlicht wird, sondern auch im Rahmen von Kriegen, terroristischen Gefährdungen, Naturkatastrophen etc. So schreiben Chabbott/Sinclar in «Prospects», einer  Zeitschrift der UNESCO: «Angesichts der entscheidenden Rolle, die Bildung bei der Reproduktion moderner Gesellschaften spielt, sollte es überraschend sein, dass Schulsysteme so stark auf ein einziges Verteilungssystem angewiesen sind – klassenzimmerbasierte, altersgerechte Schulbildung -, das normalerweise nur wenige ausfallsichere Merkmale aufweist. Konventionelle Schulen schließen regelmäßig für Wochen oder Monate, um auf wiederkehrende Krisen zu reagieren, und wenn sie wieder öffnen, haben sie dauerhaft viel Lernen und viele Schüler verloren. Trotz heroischer, kreativer und persönlich anstrengender Reaktionen vieler Pädagogen in den letzten Monaten scheinen die Auswirkungen der COVID-19-Krise auf die Schulsysteme weltweit dem typischen Krisenmuster zu folgen, wenn auch in größerem Maßstab» (Chabbott, C., Sinclair, M. SDG 4 und der COVID-19-Notfall: Lehrbücher, Nachhilfe und Lehrer. Prospects 49, 51–57 (2020). https://doi.org/10.1007/s11125-020-09485-y).

Mobiles Lernen auf dem Hintergrund einer verstärkten Digitalisierung der Schule könnte hier neue Wege weisen – schon jetzt in der Pandemie, und dann darüber hinaus. Die Schulschliessungen des letzten Frühlings haben auf der einen Seite gezeigt, dass Fernunterricht im traditionellen Sinn höchstens eine Notmassnahme und kein zukunftsorientiertes didaktisches Konzept darstellt. Allerdings hat es sich bei engagierten Lehrerinnen und Lehrern auch gezeigt, dass «digitale» Mittel, die systematisch und gezielt einsetzt werden, bei Kindern und Jugendlichen neue Lernchancen zu entfalten vermögen.

Die Zukunft des Online-Lernens

Online-Unterricht muss jedenfalls nicht bedeuten, die Formen des traditionellen Fernunterrichts auf einem digitalen Hintergrund lediglich zu kopieren – so wie es in einem «Notfall-Modell»  geschieht, wo Pakete von Lernaufgaben an Schülerinnen und Schüler übermittelt werden, die diese lösen und im Sinne eines «teaching to test» an die Lehrenden zurückzusenden. Diese beurteilen die Ergebnisse und stellen neue Aufgaben, die Zuhause gelöst werden.

Neu ist hier zwar gegenüber dem Fernunterricht des 20. Jahrhunderts die Nutzung von Video-Tools und digital übermittelten Aufgabenstellungen. Ein erweitertes Modell von Online Lernen sollte dagegen über das Modell hinausgehen, Homeschooling auf die Bearbeitung von eng definierten Lernaufgaben zu reduzieren. Vielmehr kann Online-Lernen auch kreatives und experimentell orientiertes Lernen einbeziehen und projektorientierte Elemente enthalten. So heisst es in der bereits angesprochenen Ausgabe von «Prospects»: «COVID-19 bietet allen Schulen die Gelegenheit, das sich in manchen Fällen gezeigte Lernverhalten zu ändern. Lehrer und Schulen könnten mit ein paar Fragen beginnen: Müssen wir ständig unterrichten, da bereits so viele Online-Unterrichtsressourcen verfügbar sind? Können wir anfangen zu lernen, indem wir die Schüler bitten, ein Problem zu identifizieren, das sie lösen möchten, und ihnen helfen, Lösungen für Problem zu finden? Können Schüler lernen, ohne dass wir sie unterrichten?» (Zhao, Y. COVID-19 als Katalysator für Bildungswandel. Prospects 49, 29–33 (2020). https://doi.org/10.1007/s11125-020-09477-y).

Mobiles und vernetztes Unterrichten kann im Gegensatz zu den traditionellen didaktischen Konzepten ein projektorientiertes und flexibles Lernen unterstützen. Dies erfordert allerdings, dass die Freiräume des Homeschooling kreativ genutzt werden und Lernerfolge nicht einfach an die Kontrolle der Eltern als Ersatzlehrpersonen gebunden werden. Nur wenn Betreuung und Coaching von Seiten der Schule verstärkt als kooperative Elemente in das didaktische Modell des Online-Lernens einbezogen werden, kann selbständiges Lernen zu einem Modell werden, welches das kreatives Problemlösen und nicht das Pauken von vorgegeben Routinen in den Mittelpunkt stellt.

Für eine solche Neuorientierung der Unterrichtsorganisation gibt es eine ganze Reihe von organisatorischen Möglichkeiten und Massnahmen, welche im Rahmen digitaler Unterrichtsmittel  eine flexiblere Gestaltung des schulischen Lernens ermöglichen. Dabei kann man zwischen einer Flexibilisierung der Schulen gegen innen und einer Flexibilisierung gegen aussen unterscheiden:

Flexibilisierung gegen innen: So kann im Zeichen der Pandemie das Präsenzsystem durch Organisationsformen ergänzt werden, die sich flexibel auf verschiedene Gruppenformen und -grössen beziehen. Die einzige schulorganisatorische Form, die hier intensiver diskutiert wird, ist der Wechselunterricht mit Halbklassen. Doch dieser krankt daran, dass immer nur die Hälfte der Kinder und Jugendlichen betreut wird.  Denn auch die Halbierung der Klassen ist nur ein Abbild des traditionellen Präsenzunterrichts – was bedeutet, dass die Hälfte der Lernenden ihr Pensum nach wie vor ohne pädagogische Betreuung absolvieren müssen.

Diese Situation könnte durch den Einbezug von Risikogruppen aber auch von Lehramtsstudierenden im Rahmen von Online-Lernunterstützung entschärft werden. Risikopersonen – z.B. pensionierte Lehrerinnen und Lehrer – übernehmen die Betreuung von einzelnen Kindern und Jugendlichen in der Quarantäne. Sie coachen sie Online, führen sie in Projekte ein und coachen sie dabei. Das gilt auch für die Bildung kleiner Gruppen von Schülerinnen und Schüler, welche einer spezifischen Förderung bedürfen. So könnten zum Beispiel pensionierte Lehrkräfte oder heilpädagogisches Fachpersonal solche Einzelbetreuungen oder die Betreuung in Kleingruppen übernehmen. Auch Projektarbeiten von Schülerinnen und Schülern könnten als zeitlich begrenzte Arbeiten auf diese Weise in der Quarantäne eingeführt und gemeinsam geplant werden, um sie dann im Präsenzunterricht der zugehörigen Klasse vorzustellen und zu diskutieren.

Flexibilisierung gegen aussen: Gleichzeitig heisst dies, dass Lernen nicht an den Grenzen der bestehenden Klassen Halt machen muss. Kooperation über eine Klasse hinaus könnte bedeuten, dass eine Gruppe von zwei oder drei Schülern mir ähnlichen Lernproblemen über mehrere Klassen hinaus gebildet wird. Eine Lehrperson aus der Risikogruppe übernimmt deren Coaching. Aber auch mehrere Schülerinnen und Schüler, die aus unterschiedlichen Klassen gleichzeitig in Quarantäne gehen, könnten gemeinsam ein Unterrichtsprojekt erarbeiten – indem sie zum Beispiel ihre Erfahrungen mit dem Unterricht seit dem Beginn der Pandemie austauschen und dann später in ihren Klassen darüber Bericht erstatten.

Entlastung kann es auch bringen, wenn längerfristige Projekte gestartet werden, an denen Schüler und Schülerinnen aus mehreren Klassen teilnehmen – etwa Makerspace-Projekte zur Vertiefung der Kenntnisse in Informatik. So könnte man ein Projektzeitfenster in die Unterrichtswoche einbauen, wo solche Projekte durchgeführt werden, die wiederum die Klassenlehrpersonen entlasten.

Denkt man solche Entwicklungen konsequent weiter, so kommt man zu einem zukünftigen Schulmodell einer Community Schule, welche viel stärker ausserschulische Räume als Lernräume beansprucht – wobei die mobilitätsunterstützenden Möglichkeiten der digitalen Medien eine wichtige Rolle spielen.

Nur stichwortartig einige Ideen dazu:

– Projekte übe die einzelne Klasse hinaus können Schülerinnen mit gemeinsamen Interessen verbinden, die unterschiedlichen Präsenzklassen zugeteilt sind.

– Unterricht muss nicht auf den Schulkontext bezogen bleiben. Es können virtuelle und reale Räume genutzt werden um Schülerinnen und Schülerinnen mit ähnlichen Lernproblemen gezielt zu fördern.

– In der eigenen Community können ausserschulische Handlungsräume zu Lernräumen umdefiniert werden: Ein Einkaufszentrum, eine Bankfiliale, ein Krankenhaus können zum Ziel von Recherchen und Diskussionen von Schülerinnen und Schülern werden, die dann mit diesen Ergebnissen auch den Präsenzunterricht in einer Schulklasse befruchten.

Das Konzept der hybriden Lernräume

Mobiles Lernen bedeutet in der gegenwärtigen Situation der Pandemie primär, dass angeleitetes Lernen und Coaching Online auf nachhaltigere Weise als im traditionellen Fernunterricht organisiert werden. Damit kann weitgehend vermieden werden, dass die Eltern als heimliche Lehrpersonen dienen und sich damit oft auch überfordert fühlen. Zudem lernen die betroffenen Schülerinnen und Schüler, dass Online-Lernen nicht notwendigerweise beziehungslos und anonym vonstatten gehen muss. Vielmehr können dadurch Routinen für Online-Handeln entwickelt werden, deren Beherrschung für das zukünftigen Leben im Alltag einer digitalen Gesellschaft unabdingbar ist.

Verstärkte Öffnung und Mobilität sind in dieser Sichtweise dabei nicht allein Hilfsmittel, die das Lernen im Kontext der Pandemie erleichtern können. Sie sind auch ein Startpunkt einer Schule, die sich nach Corona verstärkt als «digitale» Schule entwickeln muss. Im Zentrum steht dann nicht mehr der «sichere Abstand» sondern der hybride Umgang mit Präsenz- und Online Anteilen von Lernprozessen. Lernräume ausserhalb der Schulen und mobile Recherchen auf dem Internet – zum Beispiel von Zuhause aus – dürften ein Markenzeichen bleiben, welche die vielbeschworene Digitalisierung der Schulen prägt, wenn diese denn einmal realisiert ist. Lehrpersonen werden nicht mehr quasi die «Alleinunterhalter» in einem Präsenzraum sein, vielmehr organisieren sie Unterricht und Lernen in Kontexten, welche über diesen einen Raum weit hinausgehen und ausserschulische Lernanlässe und -projekte sowie selbstverantwortliches Lernen in den Bildungsprozess integrieren.

Heinz Moser, 1. Dezember 2020

20. November 2020

Schule zur Coronazeit

Hat das Schulsystem während der Pandemie versagt? Ich habe dieses Jahr mehrfach zu den Auswirkungen von Corona in der Online-Zeitschrift Infosperber Stellung genommen. Das erste Mal geschah das schon Ende April 2020:

„Seit wegen der Corona-Krise Homeschooling angesagt ist, sind Handys und Computer zu einem zentralen Teil des schulischen Alltags geworden. Ohne Lernplattformen und Video-Chats hätte man die Schulen für Wochen ersatzlos schliessen müssen.

Doch der Fernunterricht hat seine Grenzen: Prüfungen fallen aus und Zeugnisse werden gestrichen. Vielen Schülerinnen und Schülern wird in der häuslichen Quarantäne langweilig. Und dann noch die Frühlingsferien,die sie ebenfalls daheim verbringen mussten.

Fernunterricht kann sich zudem negativ auf die Bildungschancen auswirken – je nachdem, wie fähig und willens die Eltern sind, Homeschooling zu unterstützen. So ist es kein Wunder, dass sich viele Eltern wünschen, die Schulen würden möglichst schnell wieder öffnen. Selbst im Homeoffice gefangen zu sein und gleichzeitig noch die Kinder zu beaufsichtigen und sie zum Lernen anzuhalten, das ist für sie – je länger es dauert – eine Zumutung…“

Der Link dazu (29.4.2020): https://www.infosperber.ch/Artikel/Bildung/Die-Digitalisierung-der-Schulen-im-Corona-Stress

Der zweite Bericht vom 9.Juni 2020 ist aus der Perspektive kurz nach dem Lockdown verfasst und betont die Wichtigkeit von Schulöffnungen:

Systematische Schulbildung kann nicht aufgeschoben werden

Trotzdem sind Lockerungen unabdingbar; denn in vielen Familien war in den letzten Wochen die doppelte Last der Betreuung der Kinder und das gleichzeitige Arbeiten im Homeoffice kaum noch erträglich. Auch die Abschottung von Freund/innen und Gspänli im Alltag machte vielen Kindern immer mehr zu schaffen. Bei den wenigen Ansteckungen der letzten Wochen schien das Weiterführen eines konsequenten Lockdowns immer weniger begründbar.

Der Link dazu (9.6.2020): https://www.infosperber.ch/Artikel/Bildung/Corona-und-die-neue-Normalitat-der-Schulen

Das Recht aller Kinder auf Bildung darf durch die Pandemie nicht ausgehebelt werden. Denn durch eine unkontrollierte Ausdehnung des Lockdowns könnte eine «verlorene Generation» entstehen, welche bildungsmässig nur unzureichend auf das Erwachsenenleben vorbereitet wird. Es werden Zeugnisse fehlen, verpflichtender Unterrichtsstoff fällt aus und Wissenslücken werden sich nicht leicht wieder schliessen lassen. Vor allem Kinder aus Sozialschichten, welche im Fernunterricht wenig Unterstützung von ihren Eltern erhalten, werden die Benachteiligten der Corona-Schulkrise sein...“

Der dritte Beitrag stammt vom 16. November 2020. Er lässt die Enttäuschung durchscheinen, dass bei den Schulen nur die Rückkehr zur „Normalschule“ von der Krise im Mittelpunkt stand. Ausser Lüften, Abstand und die Hoffnung, dass dadurch die Ansteckungen gering gehalten werden konnten, fiel den Verantwortlichen wenig ein. Dabei hätte man während des Sommers Zeit gehabt, sich differenzierter auf den Herbst vorzubereiten. Ziel wäre eine flexible Schule, die im Tanz zwischen Online- und Präsenzunterricht Bildungsziele setzt und realisiert. So könnten auch Lehrerinnen und Lehrer aus den Risikogruppen sinnvoll für das Coaching von einzelnen Schülern und kleinen Gruppen eingesetzt werden. Im Artikel heisst es:

„Der Vorteil von Online-Lernen ist es, dass das Lernen in ganz unterschiedlichen Gruppen und Lernorten stattfinden kann. So kann flexibel mit unterschiedlichen Gruppen gearbeitet werden – vom Förderunterricht mit einzelnen bis zur Betreuung von Kleingruppen und dem Coaching von Schülerprojekten. So wird Online-Lernen von Kindern, die in Quarantäne sind, besser in den Unterricht einbezogen – durch den gezielten Einsatz von Lehrkräften, die zu Risikogruppen gehören, von Seniorinnen und anderen Personen, die schon vor der Pandemie unterstützend in der Schule tätig waren.

Es bleibt der Vorwurf, dass zu viel Online-Zeit für die Entwicklung der Kinder schädlich sei. Gemäss vielen Kritikern vermag nur der Präsenzunterricht, Gefühle, Empathie und sozialen Kontakt zu wecken. Eine Lehrperson dazu: «Der direkte physische Kontakt zwischen Kindern ist nicht ersetzbar.» Aus diesem Grund ist es auch in der Pandemie wichtig, Präsenzkontakte so weit als möglich aufrechtzuerhalten. Der Grundsatz, Schulen offen zu halten, ist denn auch weiterhin ein klares Ziel. Es ist aber leichter zu erreichen, wenn Quarantänemassnahmen durch Online-Lernen abgefedert werden können.“

Der Link zum ausführlichen Artikel (16.11.2020): https://www.infosperber.ch/Artikel/Bildung/Totale-Verunsicherung-der-Schulen-durch-Corona-Welle

7. März 2019

Einführung in die Medienpädagogik -neu

Filed under: Uncategorized — heinzmoser @ 11:37

Einführung in die Medienpädagogik. Heinz Moser, - eBook

 

Das Aufwachsen in dieser digitalen Gesellschaft wird im Elternhaus, in der Schule und in aller Freizeit nahezu durchgängig von Medien mitbestimmt. Das Standardwerk zur Medienpädagogik führt grundlegend und in der jetzt sechsten Auflage wiederum stark aktualisiert in die Materie ein. Es beschreibt anschaulich, wie Kinder und Jugendliche in die Mediengesellschaft hineinwachsen und welche Bedeutung Bildung und Schule in der Informationsgesellschaft zukommt. Neu sind Video-Sequenzen, mit denen  anschaulich und sehr klar in jedes der sieben Kapitel einführt wird.

15. Dezember 2014

Die Smartphone Generation

Filed under: Uncategorized — heinzmoser @ 17:06

Bei Jugendlichen zeichnet sich eine heimliche Medienrevolution ab: Nicht mehr Fernseher und PC sind die Leitmedien der Jugendlichen, sondern das Smartphone. Dies ist auch das Thema meines aktuellen Seminars an der Pädagogischen Hochschule Zürich. Ein erstes Fazit findet sich im folgenden Beitrag auf Infosperber, einer schweizerischen Online-Zeitung:

http://www.infosperber.ch/Artikel/Home/Die-Smartphone-Generation-ist-da.

17. Oktober 2014

Medien, Demokratie und Terrorismus

Filed under: Uncategorized — heinzmoser @ 17:05

Das „freie“ Internet hat sich desavouiert. Der arabische Frühling ist gescheitert und genauso souverän wie die demokratischen Bewegungen wird das Netz von den Terroristen des Islamischen Staates (IS) eingesetzt. Dazu habe ich folgenden Artikel auf inforsperber.ch publiziert.

http://www.infosperber.ch/Artikel/Home/Medien-zwischen-Terrorismus-und-Demokratie

Viel Vergnügen bei der Lektüre

5. März 2014

Wie medienkritisch sind Lehrkräfte eingestellt?

Empirische Studien haben in den letzten Jahren immer wieder darauf aufmerksam gemacht, dass Computer und andere digitale Medien in der Schule von den Lehrkräften zu wenig genutzt werden. Das hat sich auch dort nicht stark geändert, wo die Ausstattung mit Geräten verbessert wurde. Sogar dort wo die Politik millionenschwer neues Gerät installieren liess, wurde die gewünschte Nachhaltigkeit oft nicht erreicht.

Ein Grund war, dass die Studierenden in der Lehrerbildung sehr lange stark medienkritisch eingestellt waren. Ihr Ziel war es in diesem Bereich, die Kinder vor den Gefahren der Medien zu bewahren und als Ausgleich gegenüber einer technisierten Kultur das Tun und Handeln mit realen Dingen in den Vordergrund zu stellen. Solche Lehrkräfte stöhnten. „Nicht auch noch Fernsehen und Computer in der Schule, und Handys schon gar nicht!“

In den letzten Jahren konnte man aber als Dozierender der Medienpädagogik beobachten, wie stark die Widerstände der Studierenden abgenommen haben. Sie brauchen Computer und Laptops, ja auch neuerdings Tablets ganz selbstverständlich im Rahmen ihres Studiums. Und sie unterscheiden sich kaum mehr von anderen jungen Erwachsenen, wenn sie ihre Handys zücken, den Facebook Account abrufen oder mit WhatsApp kommunizieren.

Aufgrund dieser neuen Situation wollten meine Kollegen Walter Scheuble, Sara Signer Klaus Rummel und ich genauer wissen, was sich bei den Studierenden der PH Zürich verändert hat. Als Auftrag des Prorektorats Ausbildung befragten wir die Studierenden eines ganzen Jahrgangs, wobei vor allem die neue Studienstruktur im Mittelpunkt stand. Fruchtbar scheint für die Medienbildung vor allem das grosse Praktikum (Quartalspraktikum) zu sein, wo die Studierenden auch Medienprojekte im Unterricht durchführen. Sie wollen hier zwar auch Medienkritik betreiben, aber nicht als grundsätzliche Ablehnung von Medien in der Schule. Vielmehr sind sie der Überzeugung, dass Jugendliche, die sich mit den Gefahren der Medien auskennen, den Spass des Umgangs mit Medien ohne Ängste und selbstbewusster auskosten können. Und sie setzen Medien als willkommenes Hilfsmittel, das noch neue Dimensionen in den Unterricht hineinträgt,  ganz pragmatisch ein.

Die Studie der PH Zürich ist unter folgendem Link abzurufen. Ich selbst habe darüber an der PH Ludwigsburg einen zusammenfassenden Vortrag gehalten, der hier online erreichbar ist.

11. Februar 2014

Merkblätter für Facebook & Co.

merkblatt 1

Im meinem diesjährigen F&E-Seminar (Forschung und Entwicklung) an der PH Zürich haben die Studierende aufgrund ihrer empirischen Untersuchungen zu den Social Media Empfehlungen formuliert – und zwar für Lehrpersonen, Schülerinnen und Schüler, sowie für den Umgang mit Bildern. In diese Merkblätter gehen eine ganze Reihe von Erkenntnissen aus dem Seminar ein:

  1. Kinder und Jugendliche sind nicht mehr so häufige Facebook-Nutzer wie noch vor wenigen Monaten. Ihre neuen Favoriten sind Anwendungen wie WhatsApp, Snapchat oder YouTube. Das bedeutet, dass Empfehlungen nicht mehr so stark facebooklastig sein  dürfen wie früher. Vielmehr sind es eher allgemeine Hinweise zum Umgang mit Social Media, die dann selbständig oder im Rahmen der Thematisierung im Unterricht auf spezifische Anwendungen zu beziehen sind.
  2. Es lohnt sich noch aus einem zweiten Grund, nicht zu konkret zu werden: Anbieter wie Facebook wechseln ihre Einstellungen alle paar Monate. Es bringt also wenig, in einem Merkblatt detailliert die aktuellen Einstellungsmöglichkeiten zu beschreiben, die möglichweise nach wenigen Monaten schon wieder ganz anders aussehen – und durch neue Features mit weiteren Einstellungen zu ergänzen sind.
  3. Wie die Schüler/innen-Befragungen zeigten, sind viele Jugendliche bereits heute recht vorsichtig im Umgang mit den Social Media. Aus diesem Grund sollte auf die Darstellung von Horrorszenarien als Wink mit dem Zaunpfahl verzichtet werden. Vielmehr geht es darum, vorsichtiges Verhalten zu unterstützen und auf wichtige Aspekte hinzuweisen, die beim sicheren Umgang mit sozialen Medien zu beachten sind.
  4. Die Empfehlungen sollen den Spass am Umgang mit Social Media nicht vermiesen, sondern mithelfen, dass gefahrloses Surfen möglich ist.

Hier finden Sie die Merkblätter zu Download bereit. In diesem PDF-Format mit Urheberhinweis dürfen sie frei weitergegeben werden.

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